Geheimnisse erfolgreicher Pressearbeit – FDP-Diskussionsveranstaltung mit Verleger Herbert Zelzer

Von links Alois Rohrsetzer, Florian Fleming, Birgit Danninger,  Laura Tiersing, Dr. med. Detlev Werner, Albrecht Schöllhorn-Gaar, Rechtsanwältin Lenka Brázdilová, Kreisvorsitzende Junge Liberale Passau, Wochenblatt-Herausgeber Herbert Zelzer, Bettina Illein, FDP-Kreisvorsitzende Passau-Land, Alexander Putz, FDP-Kreisvorsitzender Landshut-Stadt, Heinz Münzberg und Martin Probst.

Von links Alois Rohrsetzer, Florian Fleming, Birgit Danninger, Laura Tiersing, Dr. med. Detlev Werner, Albrecht Schöllhorn-Gaar, Rechtsanwältin Lenka Brázdilová, Kreisvorsitzende Junge Liberale Passau, Wochenblatt-Herausgeber Herbert Zelzer, Bettina Illein, FDP-Kreisvorsitzende Passau-Land, Alexander Putz, FDP-Kreisvorsitzender Landshut-Stadt, Heinz Münzberg und Martin Probst.

Unter der Schlagzeile „Presse- und Politik – eine verhängnisvolle Affäre?“ lud Rechtsanwältin Bettina Illein, Vorsitzende des FDP-Kreisverbandes Passau-Land und Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes Pocking-Bad Füssing in den Gasthof Guggenberger in Poigham, Gemeinde Tettenweis. Der Fragenkatalog an Herbert  Zelzer, Wochenblatt-Herausgeber und Geschäftsführer der Wochenblatt-Verlagsgruppe,  enthielt die ganze Bandbreite der aktuellen Diskussion um Neutralität und Glaubwürdigkeit der Medien: „Sind Zeitungen in Deutschland wirklich neutral oder geben sie eine Richtung vor? Hat die Presse gar Einfluss auf Politiker- Karrieren und wenn ja, ist diese so groß, um Regierungsbildungen zu beeinflussen? Wie kann es sein, dass die Vorfälle in der Silvesternacht 2015/2016 in Köln und anderen Städten so spät öffentlich gemacht wurden? Gibt es sie vielleicht doch, die „Lügenpresse“? Woran liegt es, dass die Wahrnehmung einzelner Parteien in der bayerischen Presse leider sehr gering ist? Kann eine Partei, die nicht populistisch auftritt, mit guter Sachpolitik die Medien beeindrucken? Das waren einige  der eingangs durch Veranstaltungsleiterin Illein gestellte Fragen, zu denen in der fast dreistündigen Informationsveranstaltung noch viele vertiefende Fragen der  Veranstaltungsteilnehmer hinzukamen.

Referent Herbert Zelzer gelang es, nicht nur die Geheimnisse erfolgreicher Pressearbeit aus Sicht des Journalisten und Verlegers preiszugeben, sondern auch praxisorientiert und aktuell, selbst provokante Fragen mit in der Öffentlichkeit wenig bekannten Hintergrundinformationen zu beantworten. Es entwickelte sich sehr schnell ein sachlicher, vertrauensvoller Dialog.  Zum Stichwort „Lügenpresse“ warnte Zelzer davor, den undifferenzierten Vorwurf der Lüge gegenüber „der“ Presse allgemein zu erheben. Die überwiegende Mehrheit der Journalisten mache einen guten Job, Pauschalurteile sollten tunlichst vermieden werden. Das gelte für alle öffentlichen Bereiche und Institutionen. Wenn es vorkomme, wie in Köln, Stuttgart, Hamburg oder Düsseldorf, dass massive Übergriffe kleingeredet oder verschwiegen werden, weil die Täterschaft aus islamischen Ländern komme, sei dies eine Fehlleistung der dafür verantwortlichen Medien. Als erfreuliches Korrektiv hätten die Web-Blogs und Social Media die Vorfälle thematisiert und eine breite Berichterstattung ausgelöst. Über die Plattformen von Social Media, über digitale Kanäle in der gegenseitigen Kommunikation und im interaktiven Austausch von Informationen sei es möglich, jede Nische auszuleuchten und wichtige Ereignisse ans Tageslicht zu holen. So gesehen sei Social Media eine wichtige Ergänzung von Zeitungen, Radio oder Fernsehen. Das Internet sei längst zur Informationsquelle für jene Bürgerinnen und Bürger geworden, die am Mainstream der öffentlichen Meinungsmacher Zweifel hätten. Zelzer widersprach auch den Pessimisten, die manchen der meinungsprägenden Medien die Kritikfähigkeit absprechen. Er sei auch der festen Überzeugung, dass die Qualität der öffentlichen Meinungsbildung und die Meinungsvielfalt in den Medien zur Qualität politischer Entscheidungsprozesse beitrage. Ausführlich informierte Zelzer über Grundsätze erfolgreicher Pressearbeit im speziellen für Parteien. Dabei gelte es, wie Franz-Josef Strauß und heute Ministerpräsident Seehofer festgestellt habe: „Den Leuten auf’s Maul schauen, aber niemandem nach dem Mund zu reden“. Zumindest habe dieser Politikstil bereits große Erfolge ermöglicht. Ein Diskussionsthema war der sogenannte „Mainstream-Journalismus“, wenn einer ein Thema entdeckt, rennen alle anderen hinterher. Diese Art „Rudeljournalismus“ sei vor allem dann ein Problem, wenn die falschen Medien den Ton angeben. In der Regel sei die gut und verantwortungsvoll gemachte Heimatzeitung mit ausführlichem Kommunalteil nicht betroffen. Breiten Raum nahmen die wichtigsten Nachrichtenregeln, beispielsweise die Trennung von Nachricht und Kommentar, die Gegenüberstellung sich widersprechender Standpunkte oder die Stützung von Aussagen durch Tatsachen ein. Wie ein roter Faden zog sich durch das Frage- und Antwortspiel die Erkenntnis: „Nur wer wirklich etwas zu sagen hat, wird gehört und wird veröffentlicht!“ Der Beifall zeigte, dass es Verleger Herbert Zelzer gelungen war, die gestellten Fragen interessant, praxisnah und überzeugend zu beantworten.

 

Quelle:

Foto und Text: Rudolf G. Maier

Veröffentlicht in der PNP vom 11.04.2016

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